Jakobsweg 2019

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Meine Reise

Inspiriert durch Hape Kerkelings Buch/Film „Ich bin dann mal weg”, begeben wir, Tobias und Michael Hillesheim, uns auf die Spuren des heiligen Jakobus.

800 km zu Fuß von Saint-Jean-Pied-de-Port in Frankreich nach Santiago de Compostela, einmal quer durch Spanien.

In hoffentlich 32 Etappen/Tagen werden wir täglich zwischen 25 und 30 km zurücklegen und Eindrücke unserer Reise in diesem Blog festhalten.

Letzter Blogeintrag

4. Mai 2019

Tag 33 - 32. Etappe

19 km von O Pedrouzo nach Santiago de Compostela.


Heute ging es also auf die letzten 19 km unseres Jakobswegs. Der Weg verlief wieder über viele Hügel und kleinere Berge. Schon 15 Kilometer vor Santiago kamen wir am Flughafen der Stadt vorbei, von dem wir in einer Woche wieder nach Hause fliegen werden. Der Pilger aus Südafrika, den wir in San Martín kennengelernt hatten und der heute schon wieder heimfliegen wollte, meinte schon scherzhaft, dass er vorher schon zum Flughafen abbiegen würde, falls er zu spät dran sein sollte. Als letzten Berg überquerten wir den sogenannten „Monte do Goso” (deutsch: Berg der Freude), der so hieß, weil die Pilger von hier aus zum ersten Mal die Stadt Santiago de Compostela erblicken konnten. Der alte Brauch, die letzten 5 Kilometer bis zum Kathedralenvorplatz barfuß zu laufen, wird heutzutage zum Glück nicht mehr ausgeübt.


Diese 5 Kilometer führten hauptsächlich durch die Stadt Santiago. Dann waren wir endlich angekommen. Durch einen großen, langgezogenen Torbogen gelangten wir auf den großen Kathedralenvorplatz. Dieser war überfüllt von Pilgern und Touristen, die alle Fotos von der Kathedrale machten.

Und wie es natürlich kommen musste trafen wir hier Brian wieder, den wir schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen hatten. Er hatte unterwegs anscheinend einen Laufrausch bekommen und war schon 3 Tage vor uns in Santiago angekommen. Wir hatten Glück, dass wir ihn heute noch einmal trafen, da er heute schon wieder losfliegen würde. Wir machten ein paar Fotos und tauschten Handynummern und Email-Adressen aus, um in Kontakt zu bleiben.


Da in der Kathedrale leider aufgrund von Bauarbeiten keine Pilgermesse stattfinden würde, begaben wir uns zum Pilgerbüro, um unsere Compostela, die Urkunde, die das Pilgern des Jakobswegs bescheinigt, abzuholen. Auf dem Weg zum Pilgerbüro kamen uns schon viele Pilger entgegen, die ihre Compostela glücklich in der Hand hielten. Am Pilgerbüro angekommen gab es erst mal einen Schock für uns. Die Schlange der anstehenden Pilger zog sich durch das gesamte Gebäude und durch den Innenhof. Während wir zum Ende der Schlange gingen, erblickten wir einige bekannte Gesichter, unter anderem das holländische Ehepaar, das schon vor uns angekommen war. Eine Mitarbeiterin des Büros erklärte uns, dass es morgens um 9:30 Uhr eine Messe auf Englisch in der Kathedrale des Pilgerbüros geben würde, die wir in den folgenden Tagen besuchen werden.


Nachdem wir schon einige Minuten gewartet hatten, erblickten wir den amerikanischen Pilger, den wir in Rabanal getroffen hatten. Er erzählte uns, dass er hier schon 20 Minuten in der Schlange gewartet habe und kein Stück voran gekommen sei, weshalb er es aufgegeben hatte und ein andermal wiederkommen wollte. Kurz darauf trafen der deutsche Pilger aus der „Casa Paderborn”, den wir vor 3 Tagen wiedergetroffen hatten, und seine kleine Pilgergruppe ein, die aus einem weiteren deutschen Pilger aus der „Casa Paderborn”, einem Engländer und einer Dänin bestand. Sie alle hatten auch schon Bekanntschaft mit dem amerikanischen Pilger gemacht und waren nun, aufgrund dessen Erzählungen, unschlüssig, ob sie hier warten oder doch auch später nochmal kommen sollten.

Letztendlich warteten einer der Deutschen, der Engländer und die Dänin mit uns in der Schlange, während die anderen beiden auf der Suche nach etwas zu Trinken loszogen.


Weitere 20-30 Minuten später ging ein Mitarbeiter des Pilgerbüros die Schlange entlang und fragte die wartenden Pilger etwas auf Spanisch. Immer wieder verließen einige Pilger daraufhin die Schlange. Als er bei uns angekommen war, verstanden wir natürlich nichts von seinem Spanisch und er konnte anscheinend auch kein Englisch, weshalb er dann die Schlange weiter ging. Kurz danach hatte unser deutscher Begleiter den Einfall, dass er nach Gruppen gefragt haben könnte und ging dem Mann hinterher. Als er wieder zurück kam sagte er, dass Pilger, die gemeinsam vom selben Ort aus nach Santiago gepilgert sind, ihre Pilgerpässe abgeben und ihre Compostela dann später abholen könnten. Wir waren den Jakobsweg zwar nicht zusammen als Gruppe gelaufen, hatten den Camino aber alle am 3. April in Saint-Jean-Pied-de-Port begonnen, weshalb wir uns nun als Gruppe ausgaben, um die lange Wartezeit zu umgehen. Das holländische Ehepaar hatte auch „passende” andere Pilger gefunden und konnte so auch der Wartezeit entgehen. Um 16:00 Uhr würden wir uns also wieder treffen, um unsere Compostela in Empfang zu nehmen.


In der so gewonnenen Zeit machten wir uns schon mal auf den Weg zu unserem Hostel, das ein wenig außerhalb des Zentrums, ca. 2 km entfernt von der Kathedrale lag. Nach einigen Problemen an der Hostelpforte, weil die Kontaktperson am Telefon wieder wenig Englisch und wir kein Spanisch konnten, erhielten wir dann auch unser zum ersten mal auf dem gesamten Weg reserviertes Doppelzimmer. Nachdem wir geduscht und uns ein wenig ausgeruht hatten, machten wir uns dann wieder langsam auf den Weg zum Pilgerbüro, wo wir überpünktlich eintrafen und so noch in Ruhe auf die anderen warteten. Als diese dann kurz vor 16:00 Uhr eintrafen, konnten wir ganz unkompliziert an der immer noch recht langen Schlange vorbei gehen und unsere Urkunden in Empfang nehmen.

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