Nepal & Indien 2019

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19. Mai 2019

Annapurna - Part 4

Ausschlafen in Muktinath, das heißt 7.30 Uhr Frühstück - übrigens war das überragend. Nach kurzer Überlegungsphase war uns klar, dass wir uns keinen Erholungstag genehmigten und uns auf den Weg in Richtung Jomsom (2700m) machten. Wir wollten nicht auf der Straße laufen. Es gab eine Alternativroute querfeldein, die scheinbar die kürzeste sein sollte. Was wir aufgrund unserer großen Freude allerdings nicht bemerkten, war, dass der Trek ca. 1000 Höhenmeterlinien auf der Karte kreuzte. Also direkt die zweite Passüberquerung im Anschluss.

Den Abstieg erfolgreich geschafft, fanden wir uns im riesigen Bett eines Flusses wieder. Um nicht noch mehr Höhenmeter auf uns zu nehmen, beschlossen wir, dem Fluss zu folgen. Schließlich gelangten wir nach einem kilometerlangen Fußmarsch durch den Kies in eine scheinbar endlose Steinwüste, die sich vor Jomsom erstreckte. Der einzige Weg war die staubige Straße, auf der wir von extremen Winden gepeitscht wurden. 

Kurz bevor dann auch noch Regen einsetzte, waren wir allerdings in der Ed Sheeran-Lodge angekommen (Namensgebung kommt durch die sehr eintönige Playlist).

Kleine Randnotiz: An diesem Tag war Buddhas Geburtstag, was die Lodgesuche erschwerte und das einkaufen aufgrund geschlossener Geschäfte unmöglich machte - die erhoffte große Party mit dem ein oder anderen Freibier blieb aber aus.

Plan für den nächsten Tag: Fahrrad ausleihen und nach Tatopani (1200m) fahren. Die Mitarbeiter des Fahrradverleihs hatten Buddhas Geburtstag aber anscheinend zu ausgiebig gefeiert, denn das Geschäft blieb auch am Folgetag geschlossen. Also Planänderung: Wir gehen zu Fuß! Zuerst befürchteten wir, dass die Landschaft genauso öde sein würde wie zuvor, doch schnell wurden wir eines Besseren belehrt. Zurück in alter Schönheit der Landschaft, wanderten wir entlang des Flusses Kali Gandaki Nadi. Da die vorgeschriebene Wanderroute wieder einmal unnötige Höhenmeter machte, entschieden wir uns Tierpfaden in Flussnähe zu folgen. Dass dies eine relativ dumme Entscheidung war, bemerkten wir spätestens, als Jakob während einer Schluchtüberquerung plötzlich abrutschte und mehrere Meter den Hang runter schlitterte. Wir merkten, dass es die beste Entscheidung war, den Hang zu verlassen und durch den Fluss zum Dorf an der anderen Seite zu gelangen. Die Flussüberquerung war allerdings schwerer als anfangs vermutet, denn wir könnten der doch sehr starken Strömung im hüfthohen Wasser kaum stand halten. 

Völlig verstaubt und nass wählten wir direkt das erste Restaurant, was wir sahen. Wir wussten jedoch nicht, dass an diesem Tag Hausschlachtung war.

So wurde beispielsweise in der Küche nebenan die Dorfziege zerlegt und direkt neben unserem Tisch ein eingefrorenes Hühnchen per Bunsenbrenner aufgetaut. Das Essen schmeckte jedoch überragend und war das billigste, was wir auf dem ganzen Trek bekommen hatten.

Nach erfolgloser Suche nach einer geeigneten Unterkunft, konnten wir glücklicherweise einen Jeep anhalten, der uns bis zur Stadt Tatopani mitnehmen konnte.

Tagesziel also doch erreicht!

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