Nepal & Indien 2019

Loading...

22. Mai 2019

Annapurna - part 5

Kurze Nacht - Denn nach der späten Ankunft in Tatopani am Vortag, galt es für uns die Meisterprüfung, den Weg nach Ghorepani (2900m), zu absolvieren. Die Eckdaten dieser Wanderung sind für Trekkingexperten extrem. 16 km Strecke, 1800 Höhenmeter in eine Richtung und das alles über Treppen aus Schiefer und Bruchstein. Ziel dieser extremen Etappe war der Poon Hill, von wo aus man eine unglaubliche Aussicht genießen und am Horizont zwei der zehn höchsten Berge der Erde sehen kann. Ghorepani liegt knappe zwei Kilometer vom Gipfel entfernt.

Schnell wurde uns auf diesem Trip klar, dass wir ohne zwischenzeitliche Verpflegung nicht bis zum Mittagessen durchhalten konnten. Also wurde unser Geld kurzerhand in 500g Yak-Käse investiert. 

Was uns außerdem zusetzte, war der Klimaumschwung. Da wir wieder in tieferen Lagen unterwegs waren, schossen sowohl die Temperaturen als auch die Werte der Luftfeuchtigkeit enorm in die Höhe.

Gegen Nachmittag kam die Zeit für eine Premiere. Zum ersten Mal mussten wir die letzten Kilometer unserer Strecke bei Regen und Gewitter zurücklegen. Dabei stellte sich unsere Regenausrüstung (sponsored by Our Planet), die wir die ganze Zeit nutzlos mitgeschleppt hatten, als besonders stylische Mode heraus.

Am nächsten Morgen galt es für den Sonnenaufgang auf dem Poon Hill um 3.45 Uhr aufzustehen. Dabei wurden wir nicht von unserem eigenen Wecker wach, sondern aufgrund der 5mm Spanplatten, die als alleinstehende Wände verbaut werden, hat der Alarm unseres Zimmernachbarn auch uns aus dem Schlaf geholt. Pünktlich um 5 Uhr waren wir dann mit einigen asiatischen Tagesreisegruppen zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel. Allerdings war vom Sonnenaufgang durch starken Nebel nicht sehr viel zu sehen, jedoch konnten wir einen abschließenden Blick auf die Gipfel der Annapurna-Bergkette und des siebthöchsten Berges der Welt, den Dhaulagiri werfen.

Die Tagesetappe bestand dann logischerweise aus dem Abstieg vom Poon Hill (3300m) zu dem Ort Hile (1600m), wo wir schon von einer großen indischen Reisegruppe begrüßt wurden. Dort sollten wir unsere letzte Nacht auf dem Annapurna Circuit verbringen.

Heute sollte dann nochmal alles nach Routine laufen. Aufstehen um 6.30 Uhr, Frühstück um Sieben, Abfahrt um halb Acht. Die letzten acht Kilometer warteten also auf uns. Es sollten acht intensive Kilometer werden, in denen der gesamte Trek noch einmal an uns vorbeiziehen sollte. Die Wanderung hat nicht nur in unseren Köpfen Spuren hinterlassen, sondern auch unsere Körper waren nach all den Tagen platt. 

Sobald wir den ersten Fuß in den Bus Richtung Pokhara gesetzt hatten, verabschiedeten sich Waden, Trizeps, Knie und Muskeln die wir vorher nicht gekannt hatten in den Feierabend. 

Eingecheckt im gleichen Hotel wie vor Beginn unseres Trecks und einigermaßen ausgeruht, sitzen wir in dem gleichen, lässigen Restaurant wie vor etwas mehr als 2 Wochen und lassen unsere Wanderung nochmal Revue passieren.

Auf den 200 km, die wir zu Fuß zurückgelegt haben ist viel passiert: Nicht nur die überwältigende Natur und das Denken von Etappe zu Etappe, wie wir das hier im Block dargestellt haben, waren wichtiger Bestandteil der Tour. Auch die vielen Kleinigkeiten, die nicht in Blogeinträgen festgehalten werden können, wie die unzähligen zwischenmenschlichen Aktionen mit Menschen aus aller Welt, den Konversationen über banale wie philosophische Themen und letztlich auch die erkenntnisreichen Reflexionen über die vergangene Schulzeit und bereits Erlebtes, gaben dem Annapurna Circuit einen unvergesslichen Charakter. 

Wir sagen Namaste und bedanken uns wehmütig für all die unglaublichen Erfahrungen, die wir sammeln und alle Aufgaben, die wir meistern durften. 

Für uns steht als nächstes erstmal das Entspannen in Pokhara und den Transfer zu unserem nächsten großen Ziel zu organisieren auf dem Programm: 

Indien. 

clear select_all 1 Foto(s) ausgewählt